Aus Respekt zum Hund

110 Jahre Hundesportverein in Wanne-Nord,
eine lange, nicht immer einfache Zeit

Die SV Ortsgruppe Wanne-Nord e.V. an der Thiesstraße hat eine nun mehr als 110 Jahre dauernde Tradition hervorragender Anlagen und guten Hundesports im Wanner Norden. Das lückenlos erhaltene Archiv dieses traditionsreichen Vereins gibt uns Aufschluss über die historische Entwicklung. 

Dem Gründer unseres Vereins, Karl Schwarz, gebührt freilich die besondere Anerkennung, zumal am 2. August 1907 die Voraussetzungen nicht gerade einfach waren. Er hat mit 18 weiteren Sportskameraden den 1. Deutschen Polizeihundeverein im Gasthof „Thüer“ gegründet. Der erste Übungsplatz befand sich hinter dem Gasthof und wurde im Laufe der Zeit von den Mitgliedern liebevoll gepflegt. 

Die 1. Prüfung fand im Juni 1908 mit 45 Teilnehmern statt, eine für diese Zeit außergewöhnliche Resonanz. 

Mit dem 1. Weltkrieg, seinen Schrecken und Nachwirkungen, ruhte jegliche Vereinsarbeit. Erst am 11.12.1919 wurde in einer Versammlung die Aktivierung des Vereins beschlossen. 

Zum Bau des Hafenbeckens musste der Verein 1925 das liebevoll gestaltete Vereinsgelände räumen. Die damalige Hafengesellschaft stellt allerdings ein Ersatzgelände an der Resser Straße zur Verfügung. Es wurde zunächst eine bescheidene Hütte errichtet und der Übungsbetrieb aufgenommen.

Ab 1926 bis zum 2. Weltkrieg übernahm Karl Schmittat die Führung des Vereins. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs im September 1939 kamen die Aktivitäten erneut zur Ruhe. 


Gruppenfoto anlässlich einer Übungsstunde 1932





Ganz auf der Linie des Deutschen Schäferhundes mit all seinen Zuchtqualitäten war Josef Jokiel, Vorsitzender von 1939 bis 1950Danach wechselte er zur OG Gelsenkirchen- Bismarck, wurde SV- Zuchtrichter und leitete noch Jahrzehnte , bis zu seinem Umzug nach Süddeutschland, diese OG. 


1950 bis 1969 war wiederum Karl Schmittat Vorsitzender im Verein. Nun ging es langsam aber kontinuierlich bergauf mit der Vereinsentwicklung. Sparsam und mit Fleiß gelang der Aufstieg bis hin zum Bau eines Vereinsheims im Jahre 1950 und auch ein kleines Wohnhaus im Jahr 1954

Willy Riebling hatte ab 1969 das Amt übernommen als der Verein aufgrund einer Straßenplanung den Platz erheblich verkleinern musste. Nach nur einem Jahr Amtstätigkeit verstarb völlig unerwartet Willi Riebling

Sein Nachfolger hieß 1970 Rudolf Zurawka, der bis dahin Zuchtwart der OG gewesen war.

Helfertätigkeit war zu früheren 
Zeiten wahrlich Schwerstarbeit

Er hatte mit seinem Zwinger "vom Ruschenhof", gemeinsam mit den bekannten Zwingern innerhalb der OG "vom Rottbruch" und "von Pluto- Wilhelm" hervorragendes Hundematerial hervorgebracht. 
In Zucht und Leistung blickt die OG auf große Erfolge aus dieser Zeit zurück. "Alf vom Nordfelsen" und Weltsieger von 1956 "Evo vom Biekenkampfür den Sektor Zucht. und die LG- und Bundessiegerprüfungsteilnehmer "Baldo vom Bönningshof", (Führer Heinrich Krenzer) und "Ilex von der  Markgrafenburg"  (Hundeführer Walter Strelow) für die Leistung.

Außer den Hundesportaktiven erscheint, wenn auch in bescheidenem Hintergrund im Archiv immer wieder der Name Ide. Ab 1954 - ohne Unterbrechung- haben Vater Ernst (Mitarbeiter der Chemischen Betriebe Pluto) und Sohn Wolfgang den Vorstand unterstützt. 

Während Ernst Ide als Schriftwart und Kassierer bis zu seinem Tod 1974 war, hatte Wolfgang Ide reichlich zu tun als Helfer und engagierter, erfolgreicher Hundeführer. Später übernahm er das Kassenwesen, modernisierte es nach kaufmännischer Art in den letzten Jahren auch EDV unterstützt die Kassengeschäfte. Bis heute ist Wolfgang Ehrenmitglied unseres Vereins.

Ab 1975 übernahm Alfred Füllner den Vorsitz und leitete erste Planungen für das neue Vereinsheim am Westhafen ein, denn mit der Umwandlung der Flächen am Dannekamp in ein Industriegelände wurde Wanne- Nord wiederum verdrängt. Er erkämpfte einen beachtlichen Baukostenzuschuss, der letztlich das Fundament für den Neubau war. 

Wolfgang Ide in den 60 er Jahren anlässlich einer erfolgreichen Prüfung


Schon 1979 stand ein erneuter Wechsel bevor, mitten in den Bauvorbereitungen. Im Rahmen einer letzten Prüfung übergab Alfred Füllner das Amt an seinen Nachfolger. Er ist bis zu seinem Tod als Ehrenvorsitzender der OG treu geblieben. Der Zuchtwart und Leistungsrichter Walter Hoffmann übernahm die Vorstandschaft und leitete als Mann vom Fach den Neubau des schon in der Planung mustergültigen Vereinsheims. 

Das großzügige Vereinsheim mit Wohnung wurde dann nach den Plänen des Vorsitzenden in Eigenleistung mit der Grundsteinlegung 1979 errichtet. Das Richtfest wurde dabei freilich gebührend gefeiert. 

Alfred Füllner 

Der Dachstuhl ist fertig!
1979 ist Richtfest 

Alfreds letzte Prüfung und
Übergabe des Vorsitzes

Zu dieser Zeit zählte die SV OG Wanne-Nord zu den erfolgreichsten OG über die Landesgrenze Westfalens hinaus. Walter Hoffmann hat auch mit seinem Zwinger vom Dorneburger Bach" ab 1976 im Leistungsbereich innerhalb unserer OG, bundes- und sogar weltweit große Erfolge erzielt. Ein Highlight war dann freilich der Gewinn der Europameisterschaft 1979 in Kopenhagen, sowie die Teilnahme an zahlreichen Bundessiegerprüfungen, FCI- Weltmeisterschaften und überregionalen Wettkämpfen. In dieser Zeit stellte die OG Wanne- Nord auf vielen Landes- und Bundesmeisterschaften erfolgreiche Teilnehmer/ innen, darunter auch die 2 Jugendlichen Andreas und Sabine Hoffmann.

Walter Hoffmann
WUSV Sieger 1979

Sabine Hoffmann als deutsche Jugendsiegerin mit Gustel

Vier Jahre steht Andreas im Mittelpunkt der Jugendlichen

1997 Letztmalige Standortveränderung infolge städteplanerischer Veränderungen forderte den Verein wieder heraus, eine neue Anlagen zu bauen. Der Verein musste infolge des am Westhafen groß angelegten Containerumschlagplatz das Gelände mit allen Nebenanlagen verlassen. Die Suche nach einem neuen Vereinsgelände gestaltete sich schwierig. 

Mit Unterstützung der Stadt und engagierten Mitgliedern entstand eine neue Anlage in der Nachbarschaft zu den heutigen chemischen Betrieben „Innospec“ im Schatten des stillgelegten Förderturms der Zeche Pluto errichten.
Alle Planungen bis hin zur Statik erfolgten in Eigenleistung. Dank einer großzügigen Entschädigung und guter Kapitalrücklage war der Verein in der Lage, den Rohbau als Fertighaus zu errichten. Mit viel Engagement wurde das Gelände saniert und für eine moderne Hundesportanlage aufgebaut. Unsere Ortsgruppe deckt auf dieser Hundesportanlage wiederum die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit unseren Hunden ab.

Den Verein zeichnet seine moderne Vielfältigkeit aus, die sich nicht allein um den Deutschen Schäferhund kümmert. Wir sind für alle Bereiche gerüstet. unsere ca. 2 ha große Vereinsanlage bietet dazu alle Möglichkeiten.

Die Turbulenzen rund um den Neubau unserer Anlage hat die hundesportlichen Erfolge  nicht abreißen lassen. So hat unsere damalige Ausbildungswartin Rita Kleinekampmann mit ihren beiden Rüden Falco vom Schnieringsgarten und Phil von der Bringforter Heide 5 x an der LGA, 3 x an der BSP und 2 x an der LG-FH teilgenommen. 

Die OG Wanne-Nord hat ihr Vereinsgelände im Schatten des denkmalgeschützte Förderturms der ehemaligen Zeche Pluto

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Der Neubau wurde 1998 errichtet
und 1999 in Betrieb genommen.

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Bild folgt

In diese Zeit fällt auch die neue Aktivität "Rettungshundesport".
Bis hin zur 3-maligen Ausrichtung der aufwändigen Internationalen Deutschen Meisterschaft (RHDM) und sogar zur IRO- und FCI Weltmeisterschaft waren 5 Mitglieder aktiv und sehr erfolgreich. Näheres dazu in der Rubrik "Spezialhunde".

Mit dem engagierten Ausbildungswart Oliver Jankowiak lag weiterhin der Schwerpunkt auf den IGP-Prüfungen. Mit einem aktiven Team im Bereich des Gebrauchshundewesens, im neuen Fachbereich "Rettungshundesport" und auch im Agility überzeugt. Große Landesveranstaltungen wie FCI-Qualifikationen waren für unsere engagierten Teams keine Probleme und fanden auch eine hervorragende Resonanz.

Unsere erfolgreichen Mitglieder der Jahre 2009 bis 2014 sorgten immer wieder für den guten Ruf unserer OG. Sowohl im IGP-Bereich, als auch im Rettungshundesport werden hier die herausragenden Erfolge herausgestellt, soweit sie den überregionalen Bereich darstellen.

2009 waren auf den westfälischen Landesmeisterschaften (LGA) von der OG Wanne-Nord 5 Teilnehmer/innen dabei, und zwar:
- Nadine Jankowiak mit Asko v Black Power (1.)
- Hilde Wagner mit Berta v Dorneburger Bach
- Julia Jöckel mit Amor v Dorneburger Bach
- Rosi Ewen mit Flesch vom Haardblick
- Peter Oesemann mit Ike von der Mohnwiese

In den Folgejahren konnten sich unsere Mitglieder bis hin zur BSP qualifizieren.

Siegerin dieser LGA 2009 wurde Nadine

In der Zuchtauslese des Deutschen Schäferhundes wurden Zuchtschauen bis hin zur LG-Zuchtschauen und LG-Jugendzuchtschauen, sowie Körungen und in neuerer Zeit auch Wesensbeurteilungen auf unserer Anlage durchgeführt. 

Auf unserer neuen Anlage haben wir auch für diesen Bereich ideale Bedingungen geschaffen.  Die Ausrichtung von großen Zuchtveranstaltungen bis hin zur Landesgruppen-Zuchtschau sind das Beispiel dafür. 

Die aktuellen Zuchterfolge unter der Leitung unserer Zuchtwartin Barbara Ullrich Kornadt sind in der Sparte "Zucht" herausgestellt.


Xander von Fidelius, ein für unsere OG herausragender Rüde im
Zucht und RH-Bereich

Die Ausstellungserfolge haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Mit der Teilnahme von Hunden aus unserer OG auf Landes- und vor allem auf Bundesveranstaltungen geben hierzu immer wieder eine positiven Eindruck. 

Zuchtschau 2018

Im Rahmen der Organisation unserer Veranstaltungen bauen wir bisher und hoffentlich auch in Zukunft auf das Verständnis der Anwohner im näheren Bereich unserer OG und vor allem auch der Fa, Innospec, die verständnisvoll uns bei der Bewältigung der Parkplatzprobleme hilft. 

Die nicht immer einfache Unterhaltung unserer Anlage wird von engagierten Mitgliedern kontinuierlich fortgeführt für eine erfolgreiche Zukunft in unserer Region.

"Glückauf"